Pfarr- und Kirchengeschichte Kumberg

Um 1700 ist sie mehr oder weniger in der jetzigen Form dokumentiert, die Seitenkapelle wurde später hinzugefügt. Davor dürfte an derselben Stelle aber schon eine Holzkirche und später eine romanische Kapelle gestanden sein. Bereits 1196 wird nämlich für Kumberg ein Pfarrer erwähnt. Die Kanzel des heutigen Gotteshauses stammt unter Umständen noch aus dieser alten Kirche. Sie ist mit drei Reliefs verziert: Das erste zeigt den zwölfjährigen Jesus im Tempel, das zweite stellt die Szene "Stephanus sieht den Himmel offen" dar, das dritte ist eine Abbildung von Johannes dem Täufer. Ein weiteres Relikt einer Vorgängerin ist die Apsis. Die beiden romanischen Säulen weisen deutlich darauf hin, dass die alte Kirche für den Neubau nicht restlos abgerissen wurde.
Um 1850 wurde die Seitenkapelle als Kreuzkapelle angebaut. Das große Kreuz, das heute in der Kirche die gegenüberliegende Wand ziert, hing ursprünglich in dieser Kapelle. Nach 1862, als die Marien-Erscheinungen im französischen Wallfahrtsort anerkannt wurden, wich es der Lourdes-Darstellung und kam an seinen jetzigen Platz.
Gemeinsam mit der Seitenkapelle wurde auch der Hochaltar neu gebaut und 1858 geweiht. Tabernakel und Engel standen ursprünglich weiter vorne, sodass man rundherum gehen konnte. Sie wurden zurückversetzt, um für den Volksaltar Platz zu schaffen.
Die Empore erinnert an die Patronatsherrschaft von Schloss Kainberg, der die Kirche bis in die 1950er-Jahre unterstellt war. Die Herren verfolgten früher von dort aus die Messen. Sie durften übrigens sogar 1967 noch bei der Pfarrbesetzung mitreden, mussten aber gleichzeitig einen Teil der Erhaltungs- und Renovierungskosten tragen – weshalb die Patronatsherrschaft schließlich von den Kainbergern selbst aufgegeben wurde.
Die Altäre der Kumberger Kirche haben ebenfalls manche Veränderung erfahren. Als der marmorne Hochaltar neu errichtet wurde, brachte man auch auf dem barocken Tabernakel ein Herz-Jesu-Relief an. Das Gemälde, 1693 von einem unbekannten Künstler angefertigt, ist älter als der Altar selbst und wurde von Landeshauptmann Georg Seifried Graf von Dietrichstein († 1714) gestiftet.
Künstlerisch besonders wertvoll sind die Seitenaltäre. Das Bild des rechten Altars gehört überhaupt zum Kostbarsten des Kumberger Gotteshauses und zeigt den heiligen Johannes Nepomuk, gemalt 1781 von Anton Jandl. Das 1755 von einem unbekannten Meister geschaffene Bild des linken Seitenaltars stellt die heilige Familie dar. Die Seitenaltäre dürften ursprünglich auf Schloss Kainberg gestanden haben. Die nachträglich eingebauten Marmortische wurden im Zuge der letzten Renovierung wieder entfernt und durch schmäleres Holz ersetzt, wiederum um Raum zu gewinnen – zumal an den Seitenaltären wohl nicht mehr zelebriert werden wird. Auf der rechten Seite sind im Boden noch die Spuren des Rückbaus sichtbar.
Kirchengebäude
Die äußere Länge beträgt 27,5 Meter, die Breite 12,8 Meter.
Der Grundriss des Turmes an der Südseite misst 4,9 Meter im Quadrat. Der Turm erreicht mit seiner Zwiebel und der Laterne eine Höhe von 52 Metern. Der Stil der Kirche ist barock.
Eine Eigenheit stellt die halbkreisförmige Apsis mit dem Hochaltar dar, der etwas zur Evangelienseite gerückt ist, also gegenüber der Kirche nicht in der Mitte steht.
Der Hochaltar
1858 wurde die alte Mensa entfernt und ein Marmoraltar aufgestellt, der 1992 wieder entfernt und durch einen Volksaltar ersetzt wurde. Das Altarbild trägt Initialen des Stifters Georg Seifried Graf von Dietrichstein, 1703 Landeshauptmann der Steiermark und stammt von einem unbekannten Künstler dieser Zeit.
Der Seitenaltar links zeigt ein Bild der hl. Familie, rechts ein Bild des hl. Johannes Nepomuk.
Die Orgel
Der Überlieferung nach ein Geschenk eines Ignaz Sallmutter auf dem Kiesnerhof, geht das Werk im Wesentlichen auf das Jahr 1782 zurück.Der Erbauer ist unbekannt. 1886/87 wurde ein zweites Manual hinzugefügt. 1952 wurde das Werk restauriert.
Die Glocken
Die erste in der Pfarrchronik verzeichnete Neuanschaffung erfolgte im Jahr 1903. Damals wurden die alten Glocken vom Glockengießer übernommen und bis auf eine aus dem Jahr 1740 stammende Glocke neu gegossen. Im Jahr 1956 wurden die Glocken wieder bis auf die aus dem Jahr 1740 neu gegossen. Das Geläut ist auf "f-as-b-des" gestimmt und hat ein Gesamtgewicht von 2170 kg.